ADAC-Bilanz: Jeden Tag 4.000 Kilometer Stau

Autofahrer müssen immer häufiger und länger im Stau stehen. Rund 723.000 Staus verzeichnet der ADAC im letzten Jahr – etwa 4 Prozent mehr als 2016. Auch bei den Staukilometern gab es einen Zuwachs: Sie summierten sich auf eine Gesamtlänge von 1.448.000 Kilometer – ein Plus von 5 Prozent. Im Schnitt bildete sich damit jeden Tag eine Blechlawine von knapp 4.000 Kilometern. Die Zeit, die Verkehrsteilnehmer im Stau verbrachten, stieg auf 457.000 Stunden, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine der Hauptursachen für die Zunahme sind andauernde Bauarbeiten. Von den 2.200 Kilometern Autobahn, die bis 2015 hätten ausgebaut werden sollen, konnte bislang nur etwas mehr als die Hälfte realisiert werden. Ein Ende der Stauproblematik ist also nicht in Sicht.
Autofahrer in Nordrhein-Westfalen (35 Prozent), Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent) sind besonders staugeplagt: Diese Länder verzeichnen etwa zwei Drittel aller Staus auf ihren Schnellstraßen. Die Summe der Staukilometer stieg in Nordrhein-Westfalen um 17 Prozent auf rund 455.000, in Bayern war ein Rückgang von 4 Prozent auf etwa 283.000 Kilometer zu verzeichnen. Gemessen an der Länge des Autobahnnetzes sind die Stadtstaaten Hamburg und Berlin erwartungsgemäß Stau-Spitzenreiter. Bei den überregionalen Fernautobahnen ist erneut die A3 die schlimmste Staustrecke. Hier wurden 208 Kilometer Stau je Autobahnkilometer gemessen.
Für Logistik-Unternehmen sind die Staus zu einem Dauerproblem geworden, das gerade bei zeitkritischen Lieferungen zunehmend unkalkulierbar wird. nox-Geschäftsführer Dr. Carsten Mehler: „Wir ernten jetzt die Früchte einer Infrastrukturpolitik, die über Jahrzehnte falsch gelaufen ist. Darum muss die Politik jetzt handeln und neue Prioritäten setzen. Volkswirtschaftlich ist diese Verkehrs- und Infrastrukturpolitik schon lange nicht mehr zu verantworten.“